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Für eine dynamische und wachstumsstarke Gesellschaft braucht der Landkreis eine Familien-politik, die es jungen Frauen und Männern leichter macht, ihre Kinderwünsche zu erfüllen, ohne ihre beruflichen Wünsche und Perspektiven zu gefährden.
Wir werden die Kinderbetreuung im Landkreis bedarfsgerecht ausbauen. Unser Ziel ist es, im Landkreis ein breiteres und wohnortnahes Angebot an Krippen- und Kindergarten-, Hort- und Ganztagesschulplätzen zu schaffen. Wir wollen die Qualität der Kinderbetreuung erhalten und ausbauen.
Wir wissen, dass die Schaffung von Kinderbetreuungseinrichtungen eine gemeindliche bzw. städtische Aufgabe ist. Initiative und Koordination sind aber vom Landkreis zu leisten. Wichtige Schritte auf diesem Weg sind unter anderem:
- Der weitere Ausbau einer familienfreundlichen Infrastruktur. Kinder sollen ab 2010 bereits nach dem ersten vollendeten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung haben. Die SPD im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen hält an einer nachhaltigen Familienpolitik und dem Ausbau der Betreuung im frühen Kindesalter fest.
Das Betreuungsangebot ist quantitativ und qualitativ und vor allem ortsnah deutlich auszubauen und insbesondere auch für Kinder unter drei Jahren zu öffnen.
Wir werden die Schaffung von zusätzlichen Krippen- und Hortplätzen unterstützen. Unser Ziel sind Einrichtungen von altersgemischten Gruppen in Krippen und Horten bis hin zu Tagespflege in Privathaushalten. - Zumindest im letzten Jahr vor der Schule sollte jedes Kind einen Kindergarten besuchen. Die Beitragsfreiheit für das letzte Kindergartenjahr ist ein wichtiger Schritt dahin. Gerade unter dem Aspekt der Chancengleichheit rücken die frühkindliche Bildung und der vorschulische Bildungs- und Erziehungsauftrag stärker in den Mittelpunkt. Perspektivisch streben wir die vollständige Beitragsfreiheit für Kindergärten an.
- Die Qualität der Betreuung der vorschulischen Bildung soll durch vermehrte Aus- und Weiter-bildung der Erziehungspersonen verbessert, durch günstigere Betreuungsschlüssel gesteigert sowie durch Qualitätsstandards und Qualitätskontrollen gesichert werden.
Einrichtungen mit dem entsprechenden Personal sind „privaten“ Lösungen (wie Tagesmüttern) vorzu-ziehen. Tagesmütter sind aber als Ergänzung zu staatlichen Einrichtungen durchaus sinnvoll. - Mit guten Angeboten an Kinderbetreuungseinrichtungen wird auch die Nachfrage wachsen. Daher sind wir für zielgerichtete Umfragen, in denen der Bedarf für Betreuungsangebote im Landkreis ermittelt wird. Wir fordern, dass der Ausbau der Kinderbetreuung Vorrang unter allen kommunalpolitischen Aufgaben im Landkreis genießt.
- Wir fordern einen „runden Tisch“ mit Kommunalpolitikern und -politikerinnen, Bürgermeistern, Landratsamt, Trägervereinen und der Wirtschaft, um eine gemeinsame Vorgehensweise abzu-stimmen. Vorstellbar sind ortsübergreifende Zweckverbände für Kinderkrippen und Horte, an denen mehrere Gemeinden beteiligt sind, wie sie bereits als Schulverbände bestehen.
Wir werden mit Nachdruck auf die Landespolitik einwirken, damit mehr Finanzmittel für diese notwendigen Maßnahmen bereitgestellt werden. Finanzierungsgrundlage sollen vor allem Steuern sein, nicht die Gebühren der betroffenen Eltern. Neben der Umsetzung des beitragsfreien letzten Kindergarten-jahres brauchen wir eine sozialverträgliche Gebührenstaffelung.
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Das Wohl des Kindes steht im Mittelpunkt unserer sozialdemokratischen Kinder- und Familienpolitik im Landkreis. Kinder sollen, unabhängig von sozialer und ethnischer Herkunft, gleiche Startchancen haben, gesund aufwachsen können und vor Gewalt, Vernachlässigung und Misshandlung geschützt werden.
Zentrales Anliegen muss die rechtzeitige umfassende Förderung von Kindern und Jugendlichen in ihrer Entwicklung sowie die Beratung und Unterstützung der Familien in Fragen der Erziehung und des Sorge- und Umgangsrechts sein. Die präventive und unterstützende Sozialarbeit muss verstärkt werden, um im Interesse der betroffenen Kinder und Jugendlichen die Unterbringung in Pflegefamilien und Heimen zu vermeiden.
Die Belange von Kindern und Jugendlichen müssen durch ein kinder- und jugendfreundliches Wohnumfeld berücksichtigt werden, z.B. Kinderspielplätze und jugendgerechte Plätze.
- Wir fordern das Angebot an betreuten Einrichtungen der offenen Jugendarbeit (Jugendtreffs), Gruppenangebote, Stadtteilarbeit, Gemeinschaftsräume, Ferienprogramme (Ferienpass) für Kinder und Jugendliche weiter auszubauen. Wir treten ein für die Förderung einer zielgruppen-orientierten Jugendarbeit durch Jugendzentren, selbst organisierte Aktivitäten, Streetworker usw. Der enge Kontakt mit Kinderorganisationen und Jugendverbänden (Kreisjugendring) ist auf hohem Niveau zu halten. Gelder für Frühförderung und andere soziale Einrichtungen sind in ausreichendem Maße bereitzustellen.
- Angesichts der explodierenden Jugendhilfekosten müssen verstärkte Anstrengungen bei der Schulsozialarbeit unternommen werden. Wir betrachten die weitere Schaffung von Stellen in der Schulsozialarbeit an allen Hauptschulen im Landkreis – vorrangig an Brennpunktschulen - als unbedingt erforderlich.
Die Schaffung der ersten Stellen für Schulsozialarbeit an Grund- und Hauptschulen in Wolfratshausen und Geretsried erfolgte durch maßgebliche und nachdrückliche Unterstützung der SPD. - Trennungen und Scheidungen nehmen auch in unserem Landkreis zu: Wir fordern regelmäßige Gruppenangebote und geeignete, qualifizierte Trennungs- und Beratungsangebote für betroffene Eltern und Kinder im Landkreis.
- Der Arbeitskreis “Sucht“ bedarf der besonderen Unterstützung. Den Jugendlichen müssen durch Aufklärung und Präventivmaßnahmen Gefahren und Konsequenzen von Alkohol- und Drogen-missbrauch immer wieder verdeutlicht werden. Gewaltprävention und Aufklärung über aufkeimendes politisches Gedankengut von Rechts erhalten oberste Priorität in der Jugendarbeit.
- Sport ist ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft. Er fördert demokratische Verhaltens-weisen, wie Toleranz und Fairplay. Sport verbindet. Wir wollen die Zusammenarbeit von Sportlerinnen und Sportlern mit den Verbänden stärken und intensivieren. Die Förderung von Sport als Teil unserer Kultur und die damit einhergehenden Integrationsmaßnahmen sind von größter Bedeutung. Wir werden uns auch in Zukunft für die Gewährung von Übungsleiterzuwendungen durch den Landkreis einsetzen.
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Die Solidarität zwischen den Generationen ist uns wichtig.
Durch das vielfach frühe Ausscheiden aus dem Berufsleben und die höhere Lebenserwartung schließt sich an die Erwerbsphase zunehmend eine dritte aktive Lebensphase an. So lange wie möglich, ist unseren älteren Bürgerinnen und Bürgern eine selbständige und individuelle Lebensführung und eine aktive Teilnahme am öffentlichen und kulturellen Leben zu ermöglichen.
- Wir setzten uns für das selbst bestimmte Wohnen im Alter und eine Barriere freie Wohnumwelt ein. Dazu trägt bei, dass die Belange älterer Menschen, wie beispielsweise Einkaufsmöglichkeiten, soziale Dienste und Ärzte im Nahbereich berücksichtigt werden. Auf die Belange Behinderter, z.B. durch behindertengerechte Zugänge in allen öffentlichen Gebäuden ist bereits bei der Bauleitplanung zu achten.
Ein gut ausgebautes Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln sowie Fahr- und Begleitdiensten erleichtert die Mobilität im Alter. - Wir unterstützen den Seniorenbeirat und den Behindertenbeauftragten des Landkreises bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Eine schnelle und umfassende Beratung der Senioren über Hilfs-angebote im Landkreis muss durch das Landratsamt sichergestellt sein.
- Ein besonderes Augenmerk werden wir auf die zunehmende Vereinsamung alleinstehender Menschen richten. Wir fördern die Einrichtung und den Erhaltung von Seniorenclubs und Seniorenzentren als Begegnungsstätten. Individuelle bedarfsabhängige Hilfen für Menschen mit Behinderung sind zu unterstützen.
- Prävention und Rehabilitation vor Pflege ist unser Bestreben. Wir setzen uns für die Einrichtung von altersmedizinischen Abteilungen in Krankenhäusern ein, die auch ambulant genutzt werden können (Tagesklinik).
Gleichermaßen werden wir für ein bedarfsgerechtes und flächendeckendes Angebot an vollstationären Pflegeplätzen und Tagespflegeplätzen sorgen (Altenpflegeplan).
Wir fördern das Angebot der Palliativmedizin.
- Für uns gilt: Ambulante Leistungen haben Vorrang vor stationären Leistungen. Um älteren Menschen möglichst lange ein eigenständiges Leben in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen, setzen wir uns für den Erhalt und Ausbau der ambulanten Dienste ein. Hauswirtschaftliche Vollversorgung, individuelle Betreuung und professionelle Pflege rund um die Uhr tragen hierzu bei. Die Entlastung von pflegenden Angehörigen muss durch eine ausreichende Anzahl von Tages- und Kurzzeitpflegeplätzen sichergestellt werden.
- Wird der Aufenthalt in einem Heim erforderlich, muss den Senioren und Seniorinnen ein würdiger Lebensabend geboten werden. In der Pflege ist ein Qualitätsmanagement durchzuführen, das die gesetzten Standards in der Pflege- und Betreuungsarbeit garantiert. Ebenso ist eine effiziente Heimaufsicht sicherzustellen.
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Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten erstreben eine Gesellschaft, in der Männer und Frauen gleich, frei und solidarisch miteinander leben.
Wir möchten, dass Frauen im Landkreis ihre Vorstellungen von einem selbstbestimmten Leben umsetzen können. Viele Frauen erhalten bei vergleichbaren Tätigkeiten immer noch weniger Lohn als die meisten Männer. Sie haben schlechtere Berufs- und Aufstiegschancen und sind, besonders im Alter, stärker von Armut betroffen. Existenzsichernde Erwerbsarbeit, gleicher Zugang zu Beruf und beruflichem Aufstieg, gleiche Bezahlung, elternfreundliche Arbeitszeiten und verlässliche pädagogische Ganztagsangebote für Kinder aller Altersstufen, wie sie inzwischen gesetzlich geregelt sind, sind Grundvoraussetzungen für die Gleichheit von Mann und Frau, wie wir sie uns vorstellen. Die Mehrheit der Frauen wollen oder müssen Kinder und Beruf ‚unter einen Hut’ bringen. Die Möglichkeiten hierzu müssen geschaffen werden, vor allem auch durch die Bereitstellung von Teilzeitarbeitsplätzen im Landkreis. Private Unternehmen sollten beim Aufbau von Teilzeitarbeitsplätzen unterstützt werden.
- Wir setzen uns für ein bedarfsdeckendes Angebot an Ganztagsbetreuung im Landkreis ein und wollen flächendeckende Betreuungseinrichtungen für Kinder jeden Alters. Damit schaffen wir Entfaltungsräume und Fördermöglichkeiten für Kinder, Freiräume für Frauen und eine familienfreundliche Infrastruktur. Der positive Nebeneffekt: Qualifizierte Frauen können ihre Fähig-keiten auf dem Arbeitsmarkt in unserer Region einbringen. So verbinden wir Familien- und Frauen-politik mit aktiver Wirtschaftsförderung. Ein qualitativ gutes Angebot kommt nicht nur den Kindern, sondern auch erwerbstätigen allein erziehenden Müttern und Vätern zugute.
- Frauen in Notlagen wird durch das Frauenhaus eine Zuflucht sichergestellt. Die finanzielle Absicherung des Frauenhauses im Landkreis sowie der Notruf „Frauen helfen Frauen“ muss gewährleistet werden. Die Interessen von Frauen müssen auch bei speziellen Einrichtungen, wie der Schuldnerberatung, Frauenkursen, Mütterzentren und Frauengesundheitszentren Berücksichtigung finden.
Das Gewaltschutzgesetz ist ein wichtiges Instrument gegen häusliche Gewalt. - Wir wollen Gleichstellungsgesetze und Gleichstellungsbeauftragte, die Frauen zu ihrem Recht verhelfen und sie mit einem regelmäßigen Bildungsangebot fördern.
Wir verteidigen die Geschlechter-Quote in der SPD und wollen sie auch für andere Bereiche – z. B. bei der Bennennung von Schöffen oder ehrenamtlichen Richtern durch den Kreistag.
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